Eternal Winter – Archaic Lore Enshrined: Songs Of Savage Swords & Dark Mysticism
Zu „Archaic Lore Enshrined – Songs Of Savage Swords & Dark Mysticism” fallen mir folgende Begriffe zur groben Umschreibung ein: Purster Underground, kauzig, abgedreht, episch, verrückt, überladen, wahnsinnig, suchtgefährdend, polarisierend, Pulp, Sword & Sorcery. Die beste VIRGIN STEELE seit „The House Of Atreus“.
Vor dem Weiterlesen empfehle ich nun, den YouTube-Links zu den Anspieltipps „Sojan Shieldbearer“ und „Victor Of A Hundred Battles“ zu folgen.
Der folgsame Leser könnte jetzt, wie ich, völlig begeistert sein. Dann dreht er durch, sichert sich auf Bandcamp gleich beide Alben der verrückten Truppe aus Maryland, und grinst stundenlang über beide Ohren unter den Kopfhörern. Oder aber man wendet sich schaudernd ab und verortet ein überbordendes Maß an „Plastik, Puder und Seifenoper“ (Zitat eines durchaus geschmackssicheren Freundes).
Ja, wahrscheinlich spricht ETERNAL WINTER einen auf bestimmte Weise geschulten Geschmack an, diesen aber bedienen sie nahezu exklusiv. VIRGIN STEELE, insbesondere die Alben „Marriage Of Heaven And Hell” und “House Of Atreus”, sind sicher ein wichtiger Einfluss. US Metal mit exzentrischen Vocals aller Varianten dürfte für Songwriting-Maestro Matthew Knight eine Religion sein. Ebenso heilig ist dem Sänger mit den durchdringenden Schreien die gute alte Pulp-Literatur von u.a. C.A. Smith, Robert E. Howard, Michael Moorcock. Deren Geschichten wird auf „Archaic Lores Enshrined“ ein einzigartiges musikalisches Denkmal geschenkt.
„Archaic Lore Enshrined“ ist ein Album, das man mit dem Booklet in der Hand unter dem Kopfhörer genießen sollte. Denn dann kommt das Flair der vertonten Pulp-Literatur erst so richtig zur Geltung. Die vom professionellen E.A.Poe-Darsteller David Keltz gelesenen Textpassagen machen ein ebenso einzigartiges wie verrücktes Album perfekt.
Zu bemängeln ist lediglich „The Dark Kingdom (Invoking The Nightside)“, welches durch Ehrengast David DeFeis leider eher abgewertet wurde. Der gute Mann nahm seinen Gesangspart nämlich in seinem hauseigenen Studio auf. Wer seine letzten Releases genossen hat, ahnt was das bedeutet.
Dem gegenüber stehen eine Reihe grenzgenialer Tracks des abwegigen US Metals. Neben den verlinkten Anspieltipps sollten interessierte Freaks sich hiervon unbedingt das herrlich schräge „The Pearls Of The Vampire Queen“ und das hervorragende STORMWITCH-Cover „Masque Of The Red Death“ zu Gemüte führen.
Fazit: Grenzgeniale US Metal Kunst für Freaks und Pulp-Fans, die sich einen Dreck um irgendwelche Geschmackskonventionen schert. Für mich einfach nur großartig und unverwechselbar.
Tracklist
01. Ludar’s Litany to Thasaidon
02. The Curse of Baron Sengir
03. Nosferatu Necronomica (Voodoo Staff Fantasia)
04. The Hills of the Dead
05. Sojan Shieldbearer
06. The Pearls of the Vampire Queen
07. …And Death Waltzed in the Court of Prospero
08. Masque of the Red Death
09. The Dark Kingdom (Invoking the Nightside)
10. Jirel Meets Magic
11. Hellsgarde
12. Victor of a Hundred Battles
13. The Eldritch Dark
Besetzung
Matthew Knight – Vocals/Choirs, Lead & Rhythm Guitars, additional Keyboards
Gordon Burchell – Bass
Keith Moye – Keyboards
Matt Brookins – Drums